Jobs für Altersteilszeitler – diesmal “Haussitter werden – so geht’s!”

Menschen brauchen Beschäftigung! Davon haben die meisten Vollzeit-Erwerbstätigen oder jungen Eltern natürlich genug – aber beim Eintritt in das Rentenalter oder bei Altersteilzeit sieht das anders aus: Auf der Suche nach einem Nebenjob kommt eine Beschäftigung hier ganz besonders in Frage: Haussitting bzw. Housesitting im In- und Ausland. Was das ist, wie es funktioniert, wie es mit der Bezahlung aussieht und viele weitere Fragen finden in diesem Beitrag Antwort.

Was ist Housesitting?
Der Begriff Haussitting ist aus dem Englischen „Housesitting“ eingedeutscht worden und beschreibt das „Hüten“ eines Hauses bzw. einer Immobilie, analog zum Hundesitten oder Kindersitten. Dass es hier eine Notwendigkeit gibt ist im Übrigen keineswegs abwegig – gerade dann, wenn mit dem Haus auch auf Haustiere aufgepasst werden muss.

Wie funktioniert Haussitting?
Haussitting gibt es prinzipiell wohl schon seit es Häuser gibt, so richtig gängig ist es aber erst in den letzten Jahrzehnten geworden: Via Zeitung und seit den 2000er Jahren über das Internet tauschen sich Haussitter und Hauseigner aus und stimmen sich ab. Üblicherweise existiert ein starkes Überangebot an Haussittern, vor allem bei attraktiven Immobilien zum Sitten gibt es daher einen hohen Konkurrenzdruck. Bei erfolgreicher Bewerbung klärt der Haussitter mit dem Hausbesitzer alle Details ab:

Welche Voraussetzungen und Genehmigungen brauche ich als Haussitter?
Von offizieller Seite her, also rechtlich, gibt es keine Vorschriften oder besondere Genehmigungen für Haussitter. Allerdings sind belegbare Qualifikationen wie z.B. eine Ausbildung zur Krankenschwester oder als Tierarzthelfer, ein Studium oder Doktortitel, ein (Hunde-)Führerschein oder auch die Sachkundeprüfung 34a sehr vertrauensfördernd.

Außerdem verlangen die meisten Hauseigner grundsätzlich eine Kopie des Personalausweises oder Reisepasses sowie ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis und, das ist ganz wichtig, Referenzen von früheren Hauseigentümern des Haussitters oder von anderen vertrauenswürdigen Personen.

Haussitting für eine bestimmte Zeit

Zum Haussitting gehört zunächst einmal ein zeitlicher Rahmen: Meist finden sich schon in der Ausschreibung des Hauseigners die entsprechenden Daten, die in der Regel relativ fix sind. Manchmal erlaubt der Hauseigner auch eine frühere Anreise oder analog dazu eine spätere Abreise, üblicherweise aber nicht mehr als einen Tag. Der Hintergrund davon ist, dass die meisten Hauseigner für die Zeit des Haussittings im Urlaub sind und das Haus davor und danach wieder für sich haben möchten. Das heißt auch, dass sich die Haussitting-Dauer bei den meisten Inseraten auf mehrere Tage bis Wochen beschränkt.

Es gibt aber auch andere Beweggründe, einen Haussitter anzuschaffen: Zum Beispiel, wenn ein Haus während der Suche nach einem Mieter oder einem Käufer leer steht. Solche Inserate haben eine unbeschränkte Haussitting-Dauer. Das Haussitting endet erst wenn ein neuer Käufer gefunden ist oder wenn der Haussitter nicht mehr kann – zum Beispiel, weil er einer anderen Beschäftigung nachgeht oder weil das Visum nicht verlängert wird.

An- und Abreise
Mit der Festlegung der Dauer des Haussittings steht meist auch das Datum für die An- und Abreise fest. Zusammen mit dem Hauseigner stimmen Sie sich als Haussitter ab, wann genau Sie ankommen bzw. abreisen und auf welche Art und Weise. Oft bieten Hauseigner an, Sie vom Flughafen oder vom Bahnhof abzuholen. Falls Sie mit dem Auto anreisen können, empfehlen wir Ihnen jedoch diese Variante – denn so sind Sie vor Ort mobil.

Details zur Nutzung der Immobilie und anderer Gegenstände
Nicht alle Hauseigner erlauben Haussittern die uneingeschränkte Nutzung des Hauses. Es kann beispielsweise sein, dass ein Eigentümer möchte, dass eines oder mehrere Zimmer nicht betreten werden. Manche haben für Haussitter gar ein eigenes Haus, das ist insbesondere bei größeren Immobilien wie einem Weingut, einer großen Villa oder einem Schloss der Fall.
Neben der Immobiliennutzung erlauben manche Haussitter auch die Nutzung der Fahrräder oder von anderen teureren Gegenständen wie Angeln, Computern oder Golfausrüstung. Manchmal steht es Ihnen als Haussitter sogar frei, das Auto oder das Boot des Hauseigentümers zu nutzen.

Aufgaben: Das eigentliche Haussitting
Bereits im Inserat gibt der Hauseigner grob an, was beim Haussitting auf den Haussitter zukommt: In aller Regel ist das im Mindesten die Pflege der Pflanzen, zum Beispiel durch Gießen, Düngen oder Schneiden. Viele Eigentümer sind gleichzeitig Haustierbesitzer, daher müssen Sie als Haussitter wahrscheinlich auch auf eines oder mehrere Haustiere aufpassen. Das können Hunde und Katzen, aber auch Fische und Reptilien, Vögel oder sogar Nutztiere wie Ziegen, Schafe oder Pferde sein.

Wie genau die Tiere gepflegt, die Pflanzen gegossen, das Haus gereinigt oder der Rasen gemäht werden soll, klärt sich übrigens meistens erst vor Ort im persönlichen Kontakt mit dem Hauseigentümer. Üblicherweise überschneidet sich die Anreise des Haussitters mit der Abreise des Hauseigentümers um mehrere Stunden oder einen bis wenige Tage, sodass in dieser Zeit alle Fragen geklärt werden können.

Die Bezahlung – das verdienen Haussitter?

Nur wenige Gelegenheits-Haussitter bekommen eine finanzielle Aufwandsentschädigung. Die Bezahlung wird in den meisten Fällen durch das kostenlose Wohnen vor Ort und die Nutzung der Immobilie sowie anderen Gegenständen seitens des Hauseigentümers abgedeckt. Lediglich bei besonders intensiver Arbeit wie bei mehreren Haustieren oder bei einem sehr großen Grundstück mit hohem Pflegeaufwand ist eine Bezahlung gängiger. Manche Hauseigentümer verlangen vom Haussitter im Gegenteil dazu wiederum die Übernahme der Nebenkosten. Sie sehen, dass die Bezahlung eng mit der Immobiliennutzung zusammenhängt und immer individuell verschieden ist.

Informationen zur Umgebung und Ansprechpartner
Was Sie als Haussitter dringend erfragen sollten, wenn es Ihnen der Hauseigentümer nicht ohnehin schon mitteilt, sind Informationen zur lokalen Umgebung und zur Region sowie die Kontaktdaten von Ansprechpartnern im Notfall. Letzteres können gute Freunde, Nachbarn oder Familienmitglieder des Hauseigentümers sein, die in der Nähe wohnen und bei Bedarf schnell vor Ort sind. Infos zur Umgebung sind für Sie dann hilfreich, wenn Sie diese erkunden: So wissen Sie schon im Voraus, wo ein gutes Restaurant, wo der nächste Supermarkt oder wo ein gut versteckter Blitzer steht. Auch erhalten Sie so wertvolle Geheimtipps zu besonders schönen Orten, die Sie besuchen können.

So werden Sie Haussitter
Heutzutage ist es ganz einfach, Haussitter zu werden: Suchen Sie sich eines der größeren Portale im Internet heraus, registrieren Sie sich, entwerfen Sie ein aufwändig und aufschlussreich gestaltetes Profil und bewerben Sie sich über das Portal auf eines oder mehrere Häuser, die Ihnen gefallen. Foren wie haushueter.org sind dabei erste Anlaufstellen. Bedenken Sie, dass der Konkurrenzdruck hoch ist! Je mehr Sie aus der Masse herausstechen (durch Ihr Profil) und je bessere Referenzen Sie haben, desto besser. Als Anfänger ersetzen vertrauensvolle Personen wie der Chef, Kollegen, Familienmitglieder, Kunden oder andere die späteren Hauseigentümer-Referenzen.

Ist ein Housesitter ein Gewerbetreibender?
Ein Haussitter ist einfach formuliert nur dann gewerbetreibend, wenn hinter der Beschäftigung eine Gewinnabsicht steckt – wenn er dafür also bezahlt wird. Da die meisten Haussitter das nicht (direkt) werden, brauchen Haussitter für das Haussitting kein Gewerbe. Insofern Sie aber beabsichtigen, professionelle Haussitting-Leistungen gegen Bezahlung anzubieten, ist ein Gewerbe unumgänglich.

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